
Im Jahr 1849 trat zu dem gleichzeitig gegründeten Vinzenzverein der Elisabethenverein als weibliches Pendant hinzu und reihte sich damit in die Gemeinschaft der religiösen Wohltätigkeitsvereine Innsbrucks ein. Es waren nur Frauen als Mitglieder zugelassen und die Gruppierung stand ausschließlich unter weiblicher Führung, allerdings saßen vier Männer des Vinzenzverein im Beirat, die jedoch kein Stimmrecht besaßen.
Die Elisabethen beschrieben sich selbst als „Vereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen, deren Aufgabe darin bestehe, […] hilfsbedürftige Frauen zu besuchen [und] in geistlichen und leiblichen Nöten dieselben zu unterstützen.“ Als katholischer Frauenverein pflegten sie somit die Tradition des Almosengebens im Sinne der christlichen Nächstenliebe, um Menschen in Not zu helfen und ihr Seelenheil zu fördern. Die Kirche unterstützte diese Form der öffentlichen Frauenarbeit, da sie die ab Mitte des 19. Jahrhunderts steigende Armut und die damit einhergehenden Probleme als Folge des zunehmenden Glaubensverlustes bei der Unterschicht und dem liberalen Bürgertum sah. Daher beabsichtigte der Elisabethenverein durch die Einwirkung auf die „religiös-sittliche Glaubensführung“ sowie die Gabe von Geld- und Sachspenden das Leiden innerhalb der Bevölkerung zu lindern. Zur Finanzierung der Fürsorgearbeit veranstalteten die Vereinsmitglieder beispielsweise öffentliche Wohltätigkeitsveranstaltungen, bei denen Besucherinnen und Besucher durch Geldbeiträge Losgewinne ersteigern konnten, die etwa zu Weihnachten auf einem Christbaum ausgestellt wurden. Durch seine stetige Sammeltätigkeit und großzügige Geldspenden war es dem Verein möglich, zwischen 1850 und 1900 eine Reihe sozialer Einrichtungen in Innsbruck zu eröffnen. In der Riedgasse in Hötting befand sich seit 1859 etwa das Margarethinum, das als Heim für Dienstbotinnen fungierte. Das Heim bot allerdings nicht nur Unterkunft, sondern war gleichzeitig auch eine Erziehungsanstalt, die die Mädchen vor den Gefahren der Stadt, insbesondere vor sexuellen Übergriffen, schützen sollte. Nach ihrer Zeit im Margarethinum arbeiteten die jungen Frauen als Dienstbotinnen oder traten dem Orden der Barmherzigen Schwestern bei, wo sie in Schulen und Krankenhäusern Fürsorgearbeit leisteten. Josephine von Scheuchenstuel (1811–1887), das wohl bekannteste Mitglied des Elisabethenvereins, richtete zehn Jahre später in der Museumsstraße ein Mädchenwaisenhaus ein. Beide Unterkünfte standen unter öffentlicher Kritik. Im Zuge der Waisenhaus-Frage behaupteten Pressestimmen nämlich, die Kinder solcher Erziehungsanstalten seine „verzärtelt“ und wären infolgedessen schlecht auf das spätere Leben vorbereitet:
Freilich werden die meisten Kinder bei Zieheltern keine so schönen und luftigen Räume finden, wie in dem für’s fragliche Institut bestimmten Hause. Aber ist es denn den Kindern zuträglich, daß sie ihre Jugend auf einer Bequemlichkeitsstufe verleben, von der sie später das Lebensrad hinunterstoßt? (Innsbrucker Tagblatt, Nr. 157, 11.7.1868, S. 1)
Die Kritikerinnen und Kritiker, die sich öffentlich äußerten, vertraten daher die Ansicht, dass es besser sei, das Geld nicht in die Errichtung von Waisenhäusern, sondern vielmehr in die Unterbringungskosten für Kinder in Privathaushalten zu investieren, da sie dort eine nachhaltigere Erziehung erfuhren. In Tirol stießen die Zweifel bezüglich solcher Institutionen allerdings auf taube Ohren, denn mit 39 Versorgungsanstalten allein in Innsbruck konnte bereits ab 1839 eine stetige Zunahme dieser innerhalb des Landes beobachtet werden. Privat geführte Einrichtungen, wie jene des Elisabethenvereins waren für die Stadt schlichtweg unverzichtbar, da die städtische Armenfürsorge die zunehmende Notlage der Bevölkerung alleine nicht bewältigen hätte können. Das erkannte auch die Presse und so schrieben etwa die Innsbrucker Nachrichten im Mai 1868, dass „ueber die Nothwendigkeit und Nützlichkeit eines Waisenhauses in Innsbruck […] viele Worte wohl überflüssig“ seien und es genüge „auf das Bedürfnis einer solchen Anstalt und auf das segenreiche Wirken der barmherzigen Schwestern im hiesigen Armenhause hinzuweisen.“ (Innsbrucker Nachrichten, Nr. 102, 4.5.1868, S. 3)
Im Jahr 1849 trat zu dem gleichzeitig gegründeten Vinzenzverein der Elisabethenverein als weibliches Pendant hinzu und reihte sich damit in die Gemeinschaft der religiösen Wohltätigkeitsvereine Innsbrucks ein. Es waren nur Frauen als Mitglieder zugelassen und die Gruppierung stand ausschließlich unter weiblicher Führung, allerdings saßen vier Männer des Vinzenzverein im Beirat, die jedoch kein Stimmrecht besaßen.
Die Elisabethen beschrieben sich selbst als „Vereinigung katholischer Frauen und Jungfrauen, deren Aufgabe darin bestehe, […] hilfsbedürftige Frauen zu besuchen [und] in geistlichen und leiblichen Nöten dieselben zu unterstützen.“ Als katholischer Frauenverein pflegten sie somit die Tradition des Almosengebens im Sinne der christlichen Nächstenliebe, um Menschen in Not zu helfen und ihr Seelenheil zu fördern. Die Kirche unterstützte diese Form der öffentlichen Frauenarbeit, da sie die ab Mitte des 19. Jahrhunderts steigende Armut und die damit einhergehenden Probleme als Folge des zunehmenden Glaubensverlustes bei der Unterschicht und dem liberalen Bürgertum sah. Daher beabsichtigte der Elisabethenverein durch die Einwirkung auf die „religiös-sittliche Glaubensführung“ sowie die Gabe von Geld- und Sachspenden das Leiden innerhalb der Bevölkerung zu lindern. Zur Finanzierung der Fürsorgearbeit veranstalteten die Vereinsmitglieder beispielsweise öffentliche Wohltätigkeitsveranstaltungen, bei denen Besucherinnen und Besucher durch Geldbeiträge Losgewinne ersteigern konnten, die etwa zu Weihnachten auf einem Christbaum ausgestellt wurden. Durch seine stetige Sammeltätigkeit und großzügige Geldspenden war es dem Verein möglich, zwischen 1850 und 1900 eine Reihe sozialer Einrichtungen in Innsbruck zu eröffnen. In der Riedgasse in Hötting befand sich seit 1859 etwa das Margarethinum, das als Heim für Dienstbotinnen fungierte. Das Heim bot allerdings nicht nur Unterkunft, sondern war gleichzeitig auch eine Erziehungsanstalt, die die Mädchen vor den Gefahren der Stadt, insbesondere vor sexuellen Übergriffen, schützen sollte. Nach ihrer Zeit im Margarethinum arbeiteten die jungen Frauen als Dienstbotinnen oder traten dem Orden der Barmherzigen Schwestern bei, wo sie in Schulen und Krankenhäusern Fürsorgearbeit leisteten. Josephine von Scheuchenstuel (1811–1887), das wohl bekannteste Mitglied des Elisabethenvereins, richtete zehn Jahre später in der Museumsstraße ein Mädchenwaisenhaus ein. Beide Unterkünfte standen unter öffentlicher Kritik. Im Zuge der Waisenhaus-Frage behaupteten Pressestimmen nämlich, die Kinder solcher Erziehungsanstalten seine „verzärtelt“ und wären infolgedessen schlecht auf das spätere Leben vorbereitet:
Freilich werden die meisten Kinder bei Zieheltern keine so schönen und luftigen Räume finden, wie in dem für’s fragliche Institut bestimmten Hause. Aber ist es denn den Kindern zuträglich, daß sie ihre Jugend auf einer Bequemlichkeitsstufe verleben, von der sie später das Lebensrad hinunterstoßt? (Innsbrucker Tagblatt, Nr. 157, 11.7.1868, S. 1)
Die Kritikerinnen und Kritiker, die sich öffentlich äußerten, vertraten daher die Ansicht, dass es besser sei, das Geld nicht in die Errichtung von Waisenhäusern, sondern vielmehr in die Unterbringungskosten für Kinder in Privathaushalten zu investieren, da sie dort eine nachhaltigere Erziehung erfuhren. In Tirol stießen die Zweifel bezüglich solcher Institutionen allerdings auf taube Ohren, denn mit 39 Versorgungsanstalten allein in Innsbruck konnte bereits ab 1839 eine stetige Zunahme dieser innerhalb des Landes beobachtet werden. Privat geführte Einrichtungen, wie jene des Elisabethenvereins waren für die Stadt schlichtweg unverzichtbar, da die städtische Armenfürsorge die zunehmende Notlage der Bevölkerung alleine nicht bewältigen hätte können. Das erkannte auch die Presse und so schrieben etwa die Innsbrucker Nachrichten im Mai 1868, dass „ueber die Nothwendigkeit und Nützlichkeit eines Waisenhauses in Innsbruck […] viele Worte wohl überflüssig“ seien und es genüge „auf das Bedürfnis einer solchen Anstalt und auf das segenreiche Wirken der barmherzigen Schwestern im hiesigen Armenhause hinzuweisen.“ (Innsbrucker Nachrichten, Nr. 102, 4.5.1868, S. 3)