Frauen vereint

    Vereinigung katholisch deutscher Hochschülerinnen (Ostara)


Innrain 15

 

Im Wintersemester 1900/01 betrug der Anteil an ordentlichen und außerordentlichen weiblichen Studierenden in Innsbruck lediglich 0,1 Prozent der Gesamtstudierenden. Erst mit den Maturajahrgängen des Mädchengymnasiums in der Sillgasse ab 1918 erhöhte sich die Zahl der ordentlichen Hörerinnen an der Universität. Zwischen 1900 und 1918 wurden insgesamt 32 Studienabschlüsse von ordentlichen und außerordentlichen Hörerinnen verzeichnet, von 1918 bis 1928 waren es bereits 175. Nachdem sich Studentinnen an der Universität Innsbruck einigermaßen etabliert hatten, nahm unter dem Vorsitz der Geschichts- und Geografiestudentin Rosemarie Gassner (1897–1979) die Ostara im Jänner 1919 als erste rein weibliche Studentenvereinigung ihre Arbeit auf und tat es damit den männlichen Kommilitonen gleich, von denen viele bereits in Studentenvereinigungen organisiert waren. Der Name Ostara war nicht dem Zufall geschuldet, sondern vielmehr ein klares Bekenntnis zum Deutschtum, denn im germanischen Götterkosmos stellt Ostara die Göttin des strahlenden Morgens, des aufsteigenden Lichts und des wiederkehrenden Frühlings dar. Nur Studentinnen „deutsch-arischer Abstammung“ durften der Vereinigung beitreten, die ansonsten primär katholisch ausgerichtet war. Aber das klare Bekenntnis zum Deutschtum zeigt, wie fließend die Übergänge zwischen dem katholischen und deutschnationalen Lager waren.

Die Ostara erwartete von ihren Mitgliedern eine Vertiefung der religiösen Theorie und Praxis sowie eine ordentliche Ausbildung für den gewählten Beruf. Als Gegenleistung unterstützte der Verein die persönlichen Interessen der Studentinnen. Es gab wöchentliche Treffen, beispielsweise Vortragsabende, bei denen zu Themen der akademischen Bildung oder der katholischen Weltanschauung referiert wurde. Zudem führte die Verbindung ein eigenes Studien- und Ferienheim in der Bürgerstraße 10 und bot sogenannte „frauliche“ Kurse sowie Sportkurse an. Eine Maturantinnenberatung sowie eine Zimmervermittlung für Studentinnen, waren ebenfalls Dienstleistungen, die die Ostara ihren Mitgliedern anbot. Wie gut das Angebot der Verbindung angenommen wurde und wie effizient ihre Arbeit im Endeffekt war, lässt sich heute mangels Quellen nicht mehr feststellen. Die spärliche Quellenlage lässt daher nur eine oberflächliche Auseinandersetzung mit Innsbrucks erster Studentinnenverbindung zu.



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Im Wintersemester 1900/01 betrug der Anteil an ordentlichen und außerordentlichen weiblichen Studierenden in Innsbruck lediglich 0,1 Prozent der Gesamtstudierenden. Erst mit den Maturajahrgängen des Mädchengymnasiums in der Sillgasse ab 1918 erhöhte sich die Zahl der ordentlichen Hörerinnen an der Universität. Zwischen 1900 und 1918 wurden insgesamt 32 Studienabschlüsse von ordentlichen und außerordentlichen Hörerinnen verzeichnet, von 1918 bis 1928 waren es bereits 175. Nachdem sich Studentinnen an der Universität Innsbruck einigermaßen etabliert hatten, nahm unter dem Vorsitz der Geschichts- und Geografiestudentin Rosemarie Gassner (1897–1979) die Ostara im Jänner 1919 als erste rein weibliche Studentenvereinigung ihre Arbeit auf und tat es damit den männlichen Kommilitonen gleich, von denen viele bereits in Studentenvereinigungen organisiert waren. Der Name Ostara war nicht dem Zufall geschuldet, sondern vielmehr ein klares Bekenntnis zum Deutschtum, denn im germanischen Götterkosmos stellt Ostara die Göttin des strahlenden Morgens, des aufsteigenden Lichts und des wiederkehrenden Frühlings dar. Nur Studentinnen „deutsch-arischer Abstammung“ durften der Vereinigung beitreten, die ansonsten primär katholisch ausgerichtet war. Aber das klare Bekenntnis zum Deutschtum zeigt, wie fließend die Übergänge zwischen dem katholischen und deutschnationalen Lager waren.

Die Ostara erwartete von ihren Mitgliedern eine Vertiefung der religiösen Theorie und Praxis sowie eine ordentliche Ausbildung für den gewählten Beruf. Als Gegenleistung unterstützte der Verein die persönlichen Interessen der Studentinnen. Es gab wöchentliche Treffen, beispielsweise Vortragsabende, bei denen zu Themen der akademischen Bildung oder der katholischen Weltanschauung referiert wurde. Zudem führte die Verbindung ein eigenes Studien- und Ferienheim in der Bürgerstraße 10 und bot sogenannte „frauliche“ Kurse sowie Sportkurse an. Eine Maturantinnenberatung sowie eine Zimmervermittlung für Studentinnen, waren ebenfalls Dienstleistungen, die die Ostara ihren Mitgliedern anbot. Wie gut das Angebot der Verbindung angenommen wurde und wie effizient ihre Arbeit im Endeffekt war, lässt sich heute mangels Quellen nicht mehr feststellen. Die spärliche Quellenlage lässt daher nur eine oberflächliche Auseinandersetzung mit Innsbrucks erster Studentinnenverbindung zu.



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